Selbstbau Rutenhalterung

Selbstbau Angelhalterung

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Angelhalterung
 
Um die Zeit im Winter richtig auszunutzen, habe ich mich meinem Platzproblem im Zimmer gewidmet und eine Halterung aus Holz für meine Angelsammlung entworfen.
 
Der enorm große Vorteil ist natürlich, dass man viel Platz in den eigenen vier Wänden einspart. Hinzu kommt noch die extrem geile Optik. Sieht wirklich nicht schlecht aus. Man kommt zu Tür herein und das Erste was man sieht, sind die Angeln.
Sie hängen horizontal im Abstand von 20cm übereinander. Ich habe sie abhängig vom Wurfgewicht gestaffelt. Ganz unten hängt meine Zanderrute, gefolgt von meiner Spinnrute für Forellen. Kurz darüber hängt meine ganz feine Spinnrute mit einem Wurfgewicht von 2-10g. Als Krönung der ganzen Sache, befindet sich meine Fliegenrute ganz oben, sozusagen das „Highlight“ unter den Ruten. Trotzdem habe ich einen zusätzlichen Platz für eine weitere Rute eingeplant; man kann ja nie wissen…!
 
Jetzt kommen wir zum Aufbau der Halterung.
 
 Materialien:
                                   ● Holzleisten, Maße: 2400 x 28 x 70 (mm)
                                   ● Rundstäbe, Maße : Ø 8mm und Ø 5mm (Gesamtlänge:
                                      je einen halben Meter)
                                   ● Holzkleber
                                   ● (Holz-)Schrauben, 4 Stk., Mindestlänge: 60mm
                                   ● dünne Holzleiste, Maße: 1000 x 27 x 2 (mm)
 
 
 
 

 

Werkzeuge:
                                   ● Zimmermannssäge (oder Fuchsschwanz)
                                   ● Schrupp- und Schlichtfeile
                                   ● Lineal und Bleistift
                                   ● Bohrmaschine
                                   ● Spiral- und Holzbohrer
                                   ● feines Schmirgelpapier
                                   ● Schraubzwingen
                                   ● rechter Winkel                            
                                   ● Wasserwaage
                                    ● Schraubendreher
                                   ● Schlosserhammer
 
 
Als erstes sollte man sich im Klaren sein, wo die Halterung im Zimmer hängen soll. Bei mir ist es einfach; ich habe einen Bockssack und der befindet sich an einem Träger, der im 90° Winkel zur Wand in den Raum ragt. Genau an der Stelle, wo die Stahlkonstruktion von der Wand weggeht, befindet sich meine Angelhalterung.
 
 
Entscheidend ist eben der Abstand von Holzleiste zu Holzleiste. Die Angelgeräte können im montierten oder demontierten Zustand an der Wand hängen. Ich habe die Angeln auseinander genommen, denn so breit ist meine Wand nun auch wieder nicht.
 
Also los geht’s:
 
Zuerst habe ich die 2400er Leiste halbiert und sauber entgratet. Man muss bei Holzbearbeitung darauf achten, dass die Kanten gut angefast sind, denn so können Absplitterungen vermieden werden.
Dann wird die obere Aussparung mit Hilfe eines Lineals und einem Bleistift angezeichnet (rechter Winkel hilft auch). Man könnte auch ein Streichmaß verwenden, aber bei Weichholz bringt dies keinen Sinn. Bei meiner Halterung habe ich ein Quader mit den Maßen: 100mm x 27mm x 11mm aus der Leiste heraus gesägt und den Feinschliff mit den Feilen erledigt.
 
 


Diese Aussparung muss aber nicht gemacht werden, wenn man die Halterung nur mit 4 Dübeln an der Wand befestigen will. In meinem Fall war es nötig, denn ich verschraubte die Leisten auf dem Brett, woran schon mein Boxsack-Träger befestigt war.
 
Jetzt ist das Grundskelett schon im Großen und Ganzen erledigt. Aber was ist eine „Halterung ohne Halter“ ?
Als Auflage für die Angelgeräte benutzte ich Rundstäbe aus Holz. Diese sind in zwei verschiedenen Größen vorhanden. Zum einen für den unteren Teil der Steckrute und zum anderen der dazu gehörige obere Teil. Ich habe die Anordnung nach der Optik entschieden, denn ich finde, dass es besser aussieht, wenn der dickere Teil der Angel oben hängt. Dies ist aber Geschmackssache. Jeder empfindet es anders.
Die Maße für die dickeren Stäbe sind: Ø 8mm x 50mm ! Auf ihnen befindet sich dann später der Griffteil mit dem Führungsring.
Nun ein bisschen Mathematik. Wir haben 2 Leisten, auf denen 5 Angeln liegen sollen. Pro Leiste befinden sich also 5 dicke Stäbe. Das macht unterm Strich 10 Stück (Ø 8mm x 50mm).
Dasselbe geschieht mit den dünneren Stäbchen, auf denen nun die Oberteile der Rute Platz finden sollen. Davon habe ich auch 10 Stück von dem gekauften Stab abgesägt und auf eine Länge von 35mm gebracht.
Sind die insgesamt 20 Stück auf die gewünschte Länge gebracht, sollte man sie wieder gut anfasen.
 
Wundert euch nicht, dass auf dem Schraubstock nur 8 Stück liegen…
Die restlichen zwei habe ich irgendwo rum liegen gehabt (Ordnung ist wirklich das halbe Leben !).
Nun folgt der nächste Schritt. Jetzt müssen die Stäbe irgendwie in die Leisten eingebracht werden; und möglichst so, dass es ordentlich aussieht.
Aber wie bekommt man Stäbe in Holz...? Richtig è mit einer Bohrmaschine. Aber bevor man irgendwelche Löcher bohrt, muss man sich ausrechnen, wo man den Bohrer ansetzt.
Ich habe mir die Gesamtlänge genommen, die 100mm Aussparung und einen Abstand von 200mm von der Unterkante abgezogen. Das macht dann 900mm Nutzlänge. Bei fünf Angeln ergibt das einen Abstand von 180mm. Jetzt habe ich mir eine dünne Leiste genommen und 200mm von der unteren Kante mittig einen Körner angesetzt und angekörnt. Dann folgt wieder ein Körnerhieb aller 180mm. Für die dünnen Holzstäbe geht man von dem Körnerpunkt der 8er Bohrungen ungefähr 20mm wieder zurück. So entsteht eine Schablone, die zur Fertigung der Sacklochbohrungen hilft.
Einen kleinen Ausschnitt der Schablone seht Ihr auf dem nächsten Foto.
Sacklochbohrungen kommen hauptsächlich aus dem Metallbau und bedeuten nichts anderes als Bohrungen, die irgendwo im Material aufhören und nicht vollständig durchgehen.  
 
Ist eure Bohrhilfe nun fertig, dann geht es jetzt los mit der Zerspanung !
 
 
Ich habe die Lochschablone mittels der Schraubzwingen auf meiner ersten Leiste montiert. Man muss darauf achten, dass die Unterkanten genau abschließen, sonst bekommt man eventuell Abweichungen auf die Gesamtlänge. Ein weiterer Vorteil der dünnen Holzleiste ist, dass die Sacklochbohrungen in der Halterung nicht ausplatzen. Durch den Druck der Zwingen wird verhindert, dass der Bohrer den Rand der Löcher ausfranst. Würde man ohne die Schablone arbeiten, dann hätte man Abstandsabweichungen und ein hässliches Lochbild. Wer möchte schon, dass das Holz um die Bohrung heraus splittert ?!
Bevor man bohrt, muss die Leiste oder die Bohrmaschine/Akkubohrer schräg gestellt werden. Ohne einen Neigungswinkel nach oben läuft man Gefahr, dass die Angeln im 90°-Winkel von der Halterung rollen. Ich habe einen Winkel von etwa 10°-15° in die Leisten gebohrt.
Die Bohrtiefe der größeren Stäbe beträgt rund 20mm; die Tiefe der 5er Stäbe ungefähr 15mm.
Ich habe die Leiste angewinkelt, gegen Verdrehung gesichert und dann das Lochbild der Schablone abgebohrt. Zusätzlich habe ich mir einen Tiefenanschlag gesetzt, um nicht durch die Leiste durchzubohren.
Sind alle 20 Bohrungen eingebracht, dann alle mit dem Schmirgelpapier entgraten und nun ist der große Hauptteil erledigt.  
Jetzt werden die 20 Stäbe mit einem kleinen Klecks Holzkleber benetzt und mit Hilfe eines Hammers in die Bohrungen eingeführt.
Im Endeffekt sollte das ganze Geschehen dann so aussehen:
Hier sieht man die Holzstäbe, die dann später die Angeln halten werden. Der Neigungswinkel spielt eine sehr wichtige Rolle.
Ebenfalls müssen die Leisten eine Art „Spiegelbild“ von der anderen Leiste sein. Wenn dies nicht der Fall wäre, dann liegen die Angeln schief auf und sieht nicht gut aus. Aber mit der Schablone ist das kein Problem.
Nun müssen nur noch die 4 Durchgangsbohrungen im Oberteil der Halterung verbohrt werden. Dazu körnt man mittig, im Abstand von 15mm von der oberen Kante aus in das Holz. Der Bohrungsabstand beider Durchgangsbohrungen sollte ungefähr 70mm betragen. Somit ist ein Absturz der Halterung verhindert und die Leisten lassen sich auch nicht um ihre eigene Achse drehen.
Entweder man verankert vier Dübel in der Wand oder man befestigt die Leisten an einem Brettchen (mein Fall).
Wird die Angelhalterung an Dübeln befestigt, dann sollten Schrauben mit einer Länge von ca. 90-100mm gewählt werden. Für meine Variante reichen Holzschrauben mit einer Länge von 60-70mm.
Jetzt hängt die Konstruktion sicher an der Wand und die Angeln haben einen perfekt aufgeräumten Platz gefunden.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
An der unteren Stirnfläche der linken oder rechten Leiste könnte man noch einen Haken einbauen, der dann den Kescher trägt. Oder man hängt seine Angelweste auf einem Kleiderbügel auf und hängt diesen dann in den montierten Haken. Ihr seht, Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
 
Wenn Ihr Lust am Basteln habt, dass wäre doch diese Angelhalterung genau das Richtige für Euch. Probiert es aus und Ihr werdet sehen, die Bemühungen haben sich gelohnt. Das ist eine klasse Winterbeschäftigung. Im Sommer hätte ich mir nicht die Mühe gemacht; da wäre ich nämlich viel lieber im Forellenfluss und nicht zu Hause in der Werkstatt…
 
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht und es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich etwas für mein geliebtes Hobby baue.
 
So sieht der ganze Spaß nun in voller Montur aus:
 
 
Habt Ihr meinen ständigen Begleiter in ein paar Fotos entdeckt ?
Richtig, es ist die Bierflasche…Da macht das arbeiten gleich doppelt so viel Spaß.
Ich hoffe, ich konnte einige Angler begeistern, sich an die Arbeit zu machen und etwas mit der Winterzeit anzufangen.
Jedem aktiven Spinnangler ist ja im Winter der Wind aus den Segeln genommen worden. Aber jetzt immer mit der Pose oder auf Grund unterwegs zu sein ist mir auf die Dauer auch etwas zu eintönig.
Dann lieber etwas Konstruktives zu Hause basteln und sich über das Ergebnis freuen.
 
Viel Spaß beim Basteln und für die kommende Saison ein dickes…
 
PETRI HEIL
 
Eure Forelle

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